Klar, ein Träger und ein Zelt mussten her. Als Dachträger habe ich einen Hannibal gewählt. Entscheidungsgrundlage hier: Es kann auch noch ein Tisch seitlich eingeschoben werden. Das Zelt ist auch von Hannibal. Alle 3 Teile, sprich Dach, Zelt und Tisch habe gebraucht gekauft. Das Zelt ist nach vorne montiert, ursprünglich wollte ich es nach hinten montieren. Die Originalmatratze im Zelt habe ich durch eine aufblasbare Matratze ersetzt. Auch die Version "Zelt auf Sankey" ist mittlerweile ein Thema.
Jo mei, wie es halt so ist. Nichts ist so beständig wie die Unbeständigkeit. Daher habe ich mich entschlossen ein neues Dachzelt zu kaufen. Das alte hat mir zu arg gemüffelt. Den Dachträger hab ich auch umgebaut da er mehr wie ein Schweizer Käse in Alufarbe aussah den wie ein Dachträger.
Das Dachzelt ist vom Nakatanenga. Technische Informationen hierzu erspare ich mir, die sind auf der Händler HP abrufbar.
Der Aufbau erfolgt wie bei allen Zelten und muss wohl nicht weiter beschrieben werden. Die Hülle läuft auf einer Seite in einer Kederschiene und kann komplett entfernt werden. Die anderen 3 Seiten sind per Reißverschluss verbunden. Die untere Hälfte des Reißverschlusses läuft ebenfalls in einer Kederschiene was einen leichten Austausch gewährt und eine gewisse Flexibilität bringt beim anbringen der Hülle da man sich die Seite aussuchen kann.
Die Hülle selbst mach einen recht dünnen Eindruck, ist aber an den entscheidenden Punkten (Ecken) verstärkt aber leider zu klein so das man diese mit Gewalt über die Ecken ziehen muss. Das hat die Nähte veranlassen den Geist aufzugeben. Der Hersteller hat jedoch Ersatz versprochen.
Der Aufbau dauerte bei mir ca. 15-20 min. Wobei ich es gemütlich angehen lasse da ich mich in der Regel im Urlaub und nicht auf der Flucht befinde. Leider war ich schon mit Leuten unterwegs die mir durchgehend den Eindruck vermittelten das wir auf der Flucht sind und auch kontinuierlich verfolgt werden, aber das war einmal.
Der Abbau war ebenso einfach. Bei ersten Aufbau muss man das Überzelt richtig abspannen, dazu muss man etwas höher hinauf und benötigt eine Leiter oder man baut das Zelt erst einmal auf dem Boden auf.
Qualitätscheck Leiter:
Die Leiter wird fest an der Platte des Dachzeltes montiert. Die Montage ist unproblematisch und auch blind zu bewerkstelligen. Die Leiter ist 2 teilig, aus Alu und lässt sich ineinander schieben. Da ineinander schieben funktioniert problemlos ohne großes hakeln.
Bei höhergelegten Fahrzeugen kommt man um die Verlängerung nicht drumrum. Meiner ist 12 cm höher. Die Leiter reicht nicht bis zum Boden. Das hängt aber auch noch mit der Montage auf dem Dachträger zusammen. Da meiner ein Unikat ist, ist auch die Montageart ein Unikat und daher gehe ich da nicht näher drauf ein. Eine Montagebeschreibung liegt dem Dachzelt übrigens bei. Die Verlängerung funktioniert wie der Rest der Leiter, muss jedoch zum Transport abgenommen werden und kann nicht mit dem Zelt verstaut werden.
Qualitätscheck Material und Verarbeitung:
Das Zelt ist nicht aus Baumwolle sondern aus widerstandsfähigem, beschichtetem Oxford-Nylon gefertigt (Zeltstoff: 600 den/Sonnensegel: 300 den). Dieses Material ist mir schon von normalen Zelten bekannt gewesen.
Vorteil gegenüber Baumwolle dürfte die Wasserfestigkeit sein. Nachteil dürfte der größere Hitzestau sein. Dies konnte ich überprüfen da ich das Dachzelt in der nachmittäglichen Sonne bei Temperaturen um die 28° C aufgebaut hatte. Subjektiv viel mir gleich auf das es innen wärmer ist als in meinem alten Baumwollzelt. Doch damit habe ich gerechnet und war auch schon vorne herein bereit dieses in Kauf zu nehmen.
Das Material macht einen sehr robusten Eindruck, der erste Eindruck in der Verarbeitung ist gut. Nach dem ersten Urlaub haben sich ein paar Nähte in wohlgefallen aufgelöst. Der Hersteller wollte umgehend ein neues Zelt schicken, ich wollte jedoch das Zelt lieber nähen lassen. Der Hersteller hat hierzu die Kosten übernommen. Das Zelt ist in einer Kederschiene an der Platte befestigt und kann problemlos (zu zweit, geht auch alleine wenn man sich plagen möchte) abgenommen werden.
Einzig was auffällig ist das wenn man gegen das Licht durch die Zeltwände schaut in regelmäßigem Abstand dunkle 3eckige Flecken zu sehen sind was wohl von der Beschichtung ist. Leider ist das auf den Fotos nicht zu erkennen. Der Hersteller sagt das dies aus dem Produktionsprozess stammt und normal ist. Dies hatte ich schon vermutet.
Das Überzelt (Sonnensegel) ist sehr gut am Zelt befestigt und lässt sich stabil abspannen und befestigen so das auch heftiger Winde nicht das Überzelt davonträgt. Das ist mir an meinem alten Zelt leider öfters einmal passiert.
Innen ist das Zelt handelsüblich aufgebaut. An den Fenstern und Eingängen finden sich sowohl Moskitonetze mit Reißverschluss wie auch Verschlüsse aus Zeltstoff so das man hier die Wahl hat mit offenen Fenster, mit Moskitonetzen oder komplett geschlossen, zu nächtigen. Alle, ich nenne es mal Vorhänge, können mit Knebelverschlüssen separat und sicher befestigt werden.
Die Matratze hat einen Überzug mit Reißverschluss so das sich die Matratze auch reinigen lässt und der Überzug gewaschen werden kann. Der Überzug besteht auch aus einem Kunstfasergewebe. Wünschenswert wäre hier wenn sich die Hersteller dazu durchringen könnten als Sonderzubehör, ähnlich bei bei Bettmatratzen, Spannüberzüge aus Textilmaterial herzustellen die leichter zu reinigen wären und bei einer längeren Reise auch einmal leicht ausgewaschen werden könnten (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl). Die Matratze ist relativ weich, bietet aber auf den ersten Eindruck einen guten Liegekomfort.
Die Bodenplatte besteht aus Alu-Sandwichmaterial und weicht von den üblichen Holzplatten ab. Das dürfte Vorteile im Gewicht und auch in der Langlebigkeit mit sich bringen. Das Zelt ist übrigens mit ca. 45 Kilo angegeben und das dürfte auch im Bereich des wahrscheinlichen liegen mit Heckzelt.
Innen sind unter den Seitenfenstern 4 Taschen (jeweils 2 auf jeder Seite) angebracht für Kleinigkeiten wie Brillen, Schlüssel, Taschenlampe etc.
Fazit:
Was hat mich bewogen dieses Zelt zu erwerben? Ganz klar, zum einen der Preis. Ein komplettes Dachzelt mit Leiterverlängerung und Vorzelt zum Preis von ca. 1250,-- €. Das dürfte ziemlich einmalig auf dem Markt sein. Für eine ähnliches Zelt anderer Hersteller hätte ich glatt das Doppelte löhnen müssen. Und der doppelte Zuschlag dürfte einzig und allein in der Gewinnspanne des Händlers zu finden sein da auch andere Hersteller nur mit Wasser kochen. Als direkten Vergleich hatte ich mein Hannibal Zelt und es hat halt auch einen Grund weshalb ich dieses verkauft habe.
Man muss sich bewusst sein das wir hier von etwas Alu-Sandwich oder Holz, etwas Gestänge, ein paar m2 Zeltmaterial und eine Handvoll Kleinteile sprechen das sich die Händler fürstlich entlohnen lassen zumal wenn man sich die Preise im Herstellungsland der Zelte anschaut. Weiter hat mich auch das Zeltmaterial angesprochen da es mir von meinen Bodenzelten bekannt war und mich in der Regel noch nie im Stich gelassen hat trotz langjähriger Benutzung.
Dieser Test muss in seiner Aussagekraft natürlich subjektiv betrachtet werden da erst ein längerer Einsatz neue Erfahrungen bringen kann. Doch auch hier hat der Händler ein dickes Plus erhalten da er mir eine sehr großzügige Rückgabemodalität zugesichert hat was ein weiterer Grund war dieses Zelt zu wählen und was andere Mitbewerber nicht angeboten haben.
Auch dies dürfte davon zeugen das der Händler der meines Wissen auch zugleich Hersteller ist, selbst von seiner Ware überzeugt ist. Ausserdem weiss ich wo der Händler wohnt und fahre im Ernstfall auch mal hin um den zu verhauen *ggg*
Somit hoffe ich einen kleinen Einblick gegeben zu haben. Fragen beantworte ich natürlich gerne.
Grüsse Volker
P.S. Der Check des Heckzelts erfolgt in gewohnter Art und Weise in Kürze.
Update 05.09.2007
So, das Dachzelt hat nun seinen ersten Praxistext hinter sich. Nach 3 Tagen Dauerregen, sprich Zelt im Regen aufbauen und Zelt im Regen abbauen, kann ich soviel schon sagen. Es ist dicht und zwar absolut. Innen war kein Wasser zu finden, allerdings musste ich nach 3 Tagen dann doch mal die Matratze lüften und in die Sonne legen damit das Schwitzwasser aus dieser verdunstet. Doch das war nach 1 Stunde schon trocken. Somit bin ich sehr zufrieden was die Wasserdichtigkeit angeht und man darf den Worten des Herstellers hier gerne glauben schenken. Freundlicherweise hat der Hersteller mir den Prototypen eines Baumwollinnenzeltes überlassen das die Funktion haben soll etwas Luftfeuchtigkeit aus der Atemluft aufzunehmen bzw. als Tropfschutz dient gegen das Kondenswasser das sich je nach Aussentemperatur und Wetterlage an der Innenwand bildet. Das Innenzelt kann leicht zum lüften herausgenommen werden, ich habe mir das erspart und in den 2 Wochen in denen ich unterwegs war das Innenzelt immer drin gelassen da ich das Dachzelt durch die Eingänge jeweils gelüftet habe. Das war kein Problem, es ist alles recht zügig abgetrocknet so das ich nie Probleme mit Kondenswasser hatte. Im übrigen schafft das Innenzelt eine heimelige Atmosphäre, ist im Detail jedoch noch verbesserungswürdig, aber wie gesagt, es war der Prototyp. Ich werde mir das Innenzelt auf jeden Fall anschaffen.
Doch wo Licht ist, ist auch ein wenig Schatten. So haben sich während meiner zweiwöchigen Reise ein paar Nähte in wohlgefallen aufgelöst. Nichts dramatisches, aber es ärgert einem im ersten Moment dann doch. Der Hersteller hat Abhilfe versprochen in Form eines neuen Zeltes was schon sehr grosszügig ist. Das muss jedoch nicht sein und ich habe vorgeschlagen die Nähte nachnähen zu lassen, die Kosten übernimmt der Hersteller.
Da ich das Zelt demontieren musste zum nachnähen, hatte ich auch gleich Einblick ins Innere und ich muss sagen das der Zusammenbau, bzw. die Demontage ein Kinderspiel ist da das ganze Zelt mit Kederschienen an der Bodenplatte befestigt ist.
Die Hülle hat auch den Geist aufgegeben, bzw. schon erste Risse, auch ist diese sehr eng bemessen so das man mit Gewalt etwas über die Ecken ziehen muss und auch hier sind an den Ecken, in der Folge durch das enge Mass, die Nähte gerissen. Der Hersteller hat auch hier Abhilfe durch eine neue, stabilere Hülle versprochen.
Mein Fazit zum Schluss. Ich würde das Zelt, für den Preis, jederzeit wieder kaufen da es einfach keine Alternative für so viel Zelt für so wenig Geld gibt. Mit kleinen Qualitätsmängeln kann ich leben in der Gewissheit das auch andere Hersteller nur mit Wasser kochen. Leider habe versäumt das Heckzelt zu fotografieren das Bestandteil des Zeltes ist, dieses hatte ich nur einmal aufgebaut. Ein Bericht darüber erfolgt bei nächster Gelegenheit. Mittlerweile habe ich das Zelt nachnähen lassen. Die Kosten hat der Hersteller übernommen!
Sie müssen Ihren Flash-Player aktualisieren.